Die Welt der Götter PDF Drucken E-Mail

Das Zusammenspiel der Götter ersetzt die Naturgesetze in der Elfenmondwelt. Sie bringen Leben und Tod, Glück und Trauer, Reichtum und Armut. Sie beschützen die Sterblichen und treiben grausame Spiele mit ihnen, kurz: Die Götter sind die segensreichste Plage jedes Bewohners der Welt von Elfenmond.

Dementsprechend groß ist ihr Einfluß auf das tägliche Leben, die Politik, Wissenschaft und die Gestaltung der spärlichen Freizeit. Wie sieht eine solche Welt aus, in der nicht nur Priester von unsichtbaren Göttern predigen, sondern sie tatsächlich - für jeden spürbar - hinter den Kulissen der Welt stehen und mit den Lebens-Fäden der Sterblichen spielen? Um dies zu verdeutlichen werden wir die Götter in unserem nächsten Kurzgeschichtenband in den Mittelpunkt stellen.

 
Gut und Böse PDF Drucken E-Mail

Jeder von uns glaubt, gut und böse instinktiv voneinander unterscheiden zu können. Doch was ist es wirklich, die eine Sache "gut" und die andere "böse" macht? Bis heute streiten Philosophen, Priester und Politiker über diesen Punkt und bis heute ist es den wenigsten gelungen, mehr als einen Katalog angeblich guter und böser Taten zusammenzustellen.

Im Prinzip läuft es darauf hinaus, daß die menschliche Gesellschaft Regeln aufgestellt hat, die ihr überhaupt erst das Bilden einer Gesellschaft ermöglicht haben. Wenn jeder das täte, wonach ihm gerade ist, wäre ein dauerhaftes Auskommen miteinander kaum möglich. Allgemein als "gut" anerkannte Taten sind deshalb grundsätzlich selbstlos, wärend "böse" Taten grundsätzlich dem eigenen Vorteil dienen.

Was aber wäre, wenn es tatsächlich eine oder mehrere göttliche Instanzen gäbe? Wenn Götter nicht nur ihre Priester predigen ließen, sondern das Befolgen ihrer Regeln Macht bedeutete? "Gut" und "böse" bzw. "richtig" oder "falsch", würden sich noch stärker als bei uns am jeweiligen Kulturkreis und der in diesem Kulturkreis verehrten Gottheit orientieren. Der Erfolg einer Kultur hinge nicht allein von der Effektivität des Gesellschaftsystems selbst, sondern auch von der Macht der verehrten Gottheit ab.

In der Welt von Elfenmond gibt es deshalb große Reiche, die - aus unserer Realität heraus betrachtet - unglaublich bösartig erscheinen müssen und einen ziemlich düsteren Schatten werfen. Auf der anderen Seite birgt der weitgehende göttliche Einfluß auch Vorteile, weil auch die Mächtigen einer Kontrolle unterzogen sind. Priester können nicht aus persönlicher Raffsucht gegen ihren Kodex handeln ohne empfindliche Strafen zu riskieren und Monarchen, die im Namen einer gerechten Gottheit gekrönt wurden, können nicht ohne weiteres einen Krieg anzetteln. "Macht" ist unter solchen Bedingungen relativ und korrumpiert nicht so leicht wie bei uns...

 
Grenzen der Götter PDF Drucken E-Mail

Die Welt von Nosbador kennt nicht weniger als 36 Götter und eine unüberschaubare Zahl höherer Wesen und Halbgötter. Auch wenn es den Sterblichen nicht so scheint, ist es dem einzelnen Gott unter solchen Bedingungen natürlich nicht möglich, so etwas wie "Allmacht" zu erlangen. Und obwohl sie die Incarnation der Urkräfte sind, sind sie alles andere als unpersönliche Konstrukte. Einige sind mächtiger als andere und einige werden nur von bestimmten Rassen verehrt. Aber sie alle sind weit davon entfernt, unfehlbar zu sein und tragen durchaus menschliche Charakterzüge; sind eitel, streitsüchtig oder faul. Einige sind Einzelgänger, andere schließen Freundschaften mit anderen Göttern oder sogar Sterblichen.

Aus diesem Götterbild resultieren viele auf den ersten Blick absurd anmutende Kulte, die aber in sich logisch geschlossen sind. Was empfindet ein Anhänger Solhanis, der Göttin der Liebe Lust und Ausschweifung als "obszön"? Was ist "Gotteslästerung" für einen Gefolgsmann Kaos, dem Gott der Wirtshäuser und Schutzpatron der Trinker? Und worüber trauert ein Priester Chind'arses, der Göttin der Nacht, der Dunkelheit und des Todes? Zumindest auf die letzte Frage wird es in unserem nächsten Roman eine Antwort geben.

 
Die Gottlosen PDF Drucken E-Mail

Man könnte meinen, daß man als Gottloser in einer von Göttern beherrschten Welt nicht gerade das große Los gezogen hat. Diese Ansicht muß aber nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. Im einfachsten Fall tritt man einfach keinem Gott bzw. keinem Anhänger eines Gottes auf die Füße. Zudem halten viele Götter aus unterschiedlichen Gründen schützend die Hand über das Leben von Personen bzw. Wesen, die hiervon gar nichts wissen müssen. Es gibt Götter, die sich gerade von denen beeindrucken lassen, die nicht in ihre Tempel und vor ihre Altäre gekrochen kommen, sondern auch ohne Gebrauchsanleitung ihr Leben im Sinne der jeweiligen Gottheit führen.

Ganz gottlos ist niemand in der Welt von Elfenmond, aber es gibt viele, die genau das von sich glauben...

 
Götter und Magie PDF Drucken E-Mail

Die unübersehbare Macht der Götter läßt einfache Geister häufig übersehen, daß auch die machtvollsten Wesen ihre Bedeutung einer Urkraft verdanken, der sich - in Maßen - auch Sterbliche bedienen können. Magie - oder, wie ein methodischer Magier sagen würde - das "arcane Feld" ist die eigentliche Basis, die "Materie" der Wirklichkeit.

"Magie durchzieht alles und jeden, läßt uns atmen, fühlen und verstehen. Genauer gesehen sind unser Geist und unsere Gefühle selbst Teil dieser unüberschaubaren Macht. Selbst die Götter sind nichts anderes als Wesenheiten der Magie."
(Alois Karkanloh; 1. Magister der Fakultät für Thaumaturgie der Ziranom)

Jene, die versuchen, das arcane Feld mit der Kraft ihres Geistes in ihrem Sinne zu beeinflussen, werden Magier genannt. Doch nur wenige Sterbliche bringen die erforderliche Geduld und Hingabe auf, die erforderlich sind, um das mächtige arcane Feld ihrem Willen zu unterwerfen. Der Weg eines Magiers ist häufig asketisch und vergeistigt, aber keineswegs freudlos. Die Wunder der Magie und das Wissen um die großen Zusammenhänge sind für einen Meister des Arcanen eine Belohnung, die ein Normalsterblicher nie ermessen kann.